Die folgenden Ausführungen sind nur ein grober Überblick. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im konkreten Fall. Wir haften nicht für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

BVerfG: Kein Doppelname für Kinder 
(Urteil vom 30. Januar 2002 - Az. 1 BvL 23/96 -)

Das Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass es verfassungsrechtlich nicht geboten ist, Eltern zu ermöglichen, ihren Kindern einen Doppelnamen zu geben. Der Gesetzgeber durfte sich bei der Regelung des Namensrechts für diese Gestaltung entscheiden.

Der Geburtsname eines Kindes knüpft an den elterlichen Namen an. Nach dem geltenden Namensrecht können Eheleute einen gemeinsamen Ehenamen wählen oder ihre jeweiligen Geburtsnamen behalten, nicht aber einen Doppelnamen als Ehenamen führen. Diese Regelung berücksichtigt angemessen die Grundrechte der Namensträger. Einerseits kann die Verbundenheit der Eheleute durch die Wahl eines gemeinsamen Namens ausgedrückt werden, andererseits kann der Ehegatte, dessen Name nicht Ehename geworden ist, dem Ehenamen seinen Geburtsnamen hinzufügen. Maßgebend für diese Regelung und die daraus folgende Begrenzung des Familiennamens auf einen Namen waren für den Gesetzgeber die Konsequenzen (aus einer Zulassung von Doppelnamen) für die nächsten Generationen. Ließe man Doppelnamen als Familiennamen zu, würden diese ohne Begrenzung in den folgenden Generationen zu langen Namensketten anwachsen. Damit verlöre der Name für den Einzelnen die Qualität als identitätsstiftender Bezugspunkt. Gerade wegen dieser Funktion aber erfährt der Name verfassungsrechtlichen Schutz. Wenn der Gesetzgeber jedoch das Entstehen langer Namensketten verhindert, indem er nicht erst für nachfolgende Generationen das Zusammenfügen von Namen wieder begrenzt, sondern von vornherein nur einen gemeinsamen Ehenamen gestattet, ist dies eine mit der Verfassung in Einklang stehende Abwägung.

Gleiches gilt für die Zulassung eines Doppelnamens als Geburtsname eines Kindes. Auch er führte in Folge zu Namensketten, die wiederum zu begrenzen wären. Die Betroffenheit würde so lediglich auf die nächste Generation verlagert. Eltern mit verschiedenen Doppelnamen könnten sich dann ebenfalls nicht vollständig im Kindesnamen dokumentieren, die Kinder hingegen könnten bei einer Heirat ihrerseits nicht den Geburtsdoppelnamen behalten und auch nicht vollständig dem Ehenamen hinzufügen. Angesichts dessen durfte der Gesetzgeber sich dafür entscheiden, in Abwägung der verschiedenen Grundrechtspositionen vorzusehen, dass für Kinder kein Doppelname aus beiden Elternnamen gebildet wird.