Die folgenden Ausführungen sind nur ein grober Überblick. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im konkreten Fall. Wir haften nicht für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Am 01.01.2002 trat das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz in Kraft

Es stellt die wohl bedeutendste Reformierung des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch vom 01.01.1900) dar. 

Der Gesetzgeber hat in einem Zug gleich mehrere Aufgaben erledigt. So wurden sprachlich überalterte Formulierungen überarbeitet, bislang nicht kodifizierte Rechtsinstitute (cic und pVV) und einige zivilrechtliche Nebengesetze (unter anderem das AGB-Gesetz, das Haustürwiderrufsgesetz, das Verbraucherkreditgesetz und das Fernabsatzgesetz) in das BGB eingearbeitet und, vor allem, drei EG-Richtlinien (Verbrauchsgüterkaufrichtlinie, E-Commerce-Richtlinie, Zahlungsverzugsrichtlinie) in nationales Recht transformiert.
 
Die wesentlichsten Änderungen finden sich im Bereich der Verjährung, der Leistungsstörungen und des Verbraucherschutzes:

Die Regelungen zur Verjährung wurden weitgehend vereinheitlicht. Früher betrug die regelmäßige Verjährungsfrist 30 Jahre, wovon es aber viele verkürzende Ausnahmen gab. Jetzt wurde die regelmäßige Verjährungsfrist auf drei Jahre gesenkt, und es gibt jetzt eine ganze Reihe von verlängernden Ausnahmen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten, Verjährungen zu unterbrechen, drastisch eingeschränkt worden. Dies wird in der Praxis dazu führen, dass Gläubiger ihre Ansprüche oft sehr viel eiliger durchsetzen müssen als früher.

Das Recht der Leistungsstörungen wurde systematisch völlig neu gestaltet. Während früher von den Begriffen Unmöglichkeit, Verzug und Mangel ausgegangen wurde, steht jetzt die Frage nach einer Pflichtverletzung im Vordergrund. Diese Änderungen vereinheitlichen die Systematik der verschiedenen Vertragstypen, sollen aber keine einschneidenden inhaltlichen Änderungen bringen.

Beim Verbraucherschutz wurde die gesetzliche Gewährleistungsfrist von bisher 6 Monaten auf zwei Jahre verlängert. Der Kunde kann jetzt nicht mehr sofort Wandelung des Kaufvertrages verlangen, wenn er einen Mangel entdeckt, sondern muss zunächst Gelegenheit zur Nachbesserung geben. Damit hat sich die gesetzliche Regelung der vielfach, beispielsweise im Neuwagenhandel oder bei Elektrogeräten, geübten Praxis der Herstellergarantie angepasst. Die praktischen Auswirkungen der Neuregelung sind insofern also eher gering.