Die folgenden Ausführungen sind nur ein grober Überblick. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im konkreten Fall. Wir haften nicht für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Am 21. Juli 1999 trat das Überweisungsgesetz in Kraft
 
Das Überweisungsgesetz vom 21. Juli 1999 stellt die Umsetzung zweier EG- Richtlinien dar. Die neuen Regelungen gelten grundsätzlich für den gesamten in- und ausländischen Überweisungsverkehr. Gleichzeitig wurde das deutsche Bankvertragsrecht zum Teil gesetzlich geregelt, wobei die bisher anerkannten rechtlichen Konstruktionen nicht immer übernommen wurden.

Die neuen §§ 676 a bis 676 c BGB behandeln den Überweisungsvertrag. Entgegen der bisherigen Praxis, wonach die Überweisung als einseitige Weisung des Überweisenden angesehen wurde, ist jetzt festgelegt, dass es sich um einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit werkvertraglichen Elementen handelt.

Der Schwerpunkt der Neuregelung liegt in den Haftungsregeln. Zum einen gibt es eine -betragsmäßig begrenzte- verschuldensunabhängige Garantiehaftung, zum anderen eine Verschuldenshaftung. Die Ansprüche bestehen gegen das erstbeauftragte Kreditinstitut.

Früher musste sich der Überweisende an das Kreditinstitut wenden, welches den Fehler verschuldet hatte. Die Schwierigkeiten des Schuldnachweises wurde nun auf die Kreditinstitute verlagert. Als haftungsauslösende Leistungsstörungen kommen die verloren gegangene, die verspätete und die gekürzte Überweisung in Betracht. 
 
Die Vorschriften über den Zahlungsvertrag (§§ 676 d, e BGB) regeln das Verhältnis zwischen den eingeschalteten Kreditinstituten. Der Girovertrag (§§ 676 f-h BGB) betrifft demgegenüber den Rahmenvertrag zwischen Kunden und Kreditinstitut, dessen Ziel die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs über ein für den Kunden beim Kreditinstitut eingerichtetes Konto ist. Zahlungs- und Girovertrag sind als dienstvertraglich geprägte Geschäftsbesorgungsverträge konzipiert.
 
Schließlich wurde in § 29 AGB-Gesetz die Möglichkeit eingeräumt, bei Streitigkeiten über die Anwendung der §§ 675 a bis 676 g BGB unabhängig von einer gerichtlichen Klärung eine Schlichtungsstelle einzuschalten. Diese soll bei der Deutschen Bundesbank eingerichtet werden. Diese Möglichkeit bestand bei Bankgeschäften bereits in gewissem Rahmen.